Hör-Probleme

Tinnitus

Beim Tinnitus nehmen die Betroffenen permanent Ohrgeräusche in den unterschiedlichsten Formen und Lautstärken wahr. Wie sich diese Ohrgeräusche anhören kann nicht verallgemeinert werden.

So wurde mit Tinnituspatienten die auf einem Ohr erkrankt waren ein Experiment durchgeführt , bei dem mit einem Synthesizer Geräusche gemischt wurden. Ziel war es unterschiedlichste Geräusche solange "übereinanderzulegen" bis die Betroffenen auf dem gesunden Ohr exakt dasselbe Tinnitusgeräusch wie auf dem erkrankten hörten. Das Ergebnis war eine mitunter abenteuerliche Mischung aus Presslufthämmern, Kesselpfeifgeräuschen und startenden Düsenflugzeugen.

Vor allem die Altersgruppe der 25- bis 55-jährigen Berufstätigen, ist von der Krankheit betroffen. Grund hierfür ist vor allem, dass die Krankheit in den meisten Fällen psychosomatisch bedingt ist und deshalb durch Faktoren wie Stress und Erschöpfung ausgelöst werden kann, die im Berufsleben häufig auftreten.

Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass Tinnitus sowohl Krankheit als auch Symptom sein kann. Oftmals weisen Tinnitussymtome auch auf andere Erkrankungen wie etwa Morbus Meniere oder einen Hörsturz hin.        

Behandlung: Behandelt wird Tinnitus zumeist mit der sogenannten Infusionstherapie, bei der für eine bessere Durchblutung des Ohres gesorgt werden soll.

Allerdings gibt es heute keine Medikamente die den Tinnitus zu 100% beseitigen. Prognosen darüber wie ein Betroffener auf die Therapie anspricht können daher nicht gemacht werden. Neben der ärztlichen Behandlung, können vor allem psychotherapeutische Maßnahmen hilfreich sein.
Die Deutsche Tinnitus-Liga e.V spricht hierbei davon, dass es wichtig sei zu lernen den Tinnitus zu "überhören" d.h die chronischen Geräuschen zu ignorieren.

Tinnitus ist ein sogenannter Eilfall, das bedeutet innerhalb der nächsten 48 Stunden sollte ein Arzt aufgesucht werden.       

Hörsturz

Beim Hörsturz entsteht im Ohr ein plötzlicher Hörabfall. Die Skala reicht hierbei von einer leichten Beeinträchtigung der Hörfähigkeit bis hin zu völliger Taubheit. In Deutschland sind jährlich bis zu 15.000 Menschen von dieser Erkrankung betroffen.

Die Ursachen für einen Hörsturz werden wie beim Tinnitus vor allem im psychosomatischen Bereich vermutet. Stress im Beruf und allgemeine Erschöpfung sind daher wahrscheinlich. Auch eine Störung der Blutversorgung im Innenohr, die bewirkt, dass die Hörzellen nicht mehr funktionieren, kommt als Auslöser in Betracht. Endgültige Aussagen über die Ursachen eines Hörsturzes können allerdings nicht gemacht werden.

Die Behandlung ist ähnlich wie bei der Tinnituserkrankung. Das bedeutet, dass mittels einer Infusionstherapie eine bessere Durchblutung des Ohres erreicht werden soll. Auch beim Hörsturz kommt es, um Rückfällen vorzubeugen, darauf an, auf eine positive Lebensführung hinzuarbeiten. Also vor allem auf den richtigen Umgang mit Stress- und Drucksituationen. Autogenes Training, aber auch Meditation und andere entspannungsfördernde Techniken können hierbei hilfreich sein.

Hörsturz ist ein sogenannter Eilfall, das bedeutet: innerhalb der nächsten 48 Stunden sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Morbus Meniére

Morbus Menière ist eine nach dem französischen Arzt Prosper Menière benannte Erkrankung des Innenohrs. Diese ist gekennzeichnet durch akute Drehschwindelanfälle, die mit Ohrgeräuschen und Schwerhörigkeit einhergehen. Viele Patienten leiden während eines Anfalls auch an Übelkeit bis zum Erbrechen und haben ein Druckgefühl im Ohr.

Bei Menière-Betroffenen stehen die Ohren regelrecht unter Druck, weil sich die Lymphflüssigkeit im Innenohr staut. Hierdurch kommt es zu Störungen und Ausfällen im Gleichgewichts- und im Hörorgan. Daraus resultieren die beschriebenen Symptome.

Die Anfälle treten in unterschiedlicher Dauer und Häufigkeit auf und führen nach ihrem Ende zu starker Erschöpfung. Die genauen Ursachen dieser Innenohrkrankheit sind nicht bekannt.

Mögliche Ursachen werden im Stoffwechsel- und Hormonhaushalt vermutet. Auch Kreislaufstörungen, Stress und seelische Faktoren kommen wohl in Betracht.

Morbus Menière kann im ungünstigen Fall zu Schwerhörigkeit und einem Tinnitusleiden führen.

Hörtipps

Die Ursachen für Schwerhörigkeit findet sich in vielen Fällen in der Kindheit der Betroffenen. Häufige Gehörgangserkrankungen in der Kindheit führen demnach zu einer mangelnden Sauerstoffversorgung des Ohres, die später zu Schwerhörigkeit führt. Der HNO-Arzt Dr. med. Gerlach schätzt, dassbei neun von zehn späteren Schwerhörigen die Ursache in einer gestörten Entwicklung des Ohres in der Kindheit zu suchen ist.

Wenn ein Kind häufig durch den Mund atmet, schnarcht und/oder häufig am Ohr erkrankt ist, sollten Eltern daher darauf achten, dass ihm eine optimale medizinische Behandlung zukommt. So kann späterer Schwerhörigkeit oftmals erfolgreich vorgebeugt werden.

Weitere detaillierte Informationen finden Sie bei den Gründungsmitgliedern der Initiative Hören.